I Ging und andere Orakel
11. März 2011 von Nareella
Ein Orakel ist eine göttliche, transzendente Offenbarung, die mit Hilfe eines Rituals oder eines Mediums gewonnen wird. Das Orakel wird dazu verwendet, Zukunfts- und Entscheidungsfragen zu beantworten, um wichtige Entscheidungen und Handlungen zu treffen. Im Gegensatz zum Hellsehen wird keine leibhaftige Person verwendet, sondern sich an eine höhere Instanz gewandt, die einen behilflich sein soll. Teilweise wird auch ein spezieller Ort, als Orakel bezeichnet, so zum Beispiel das bekannte Orakel von Delphi.
Beim I Ging („Buch der Wandlungen“) handelt es sich um eine Sammlung von Strickzeichnungen und zugehörigen Sprüchen als älteste Form der klassischen chinesischen Texte, bei denen Fragen zur Esoterik gestellt werden. Die älteste Schicht des Buches Zhou Yi besteht aus 64 Gruppen von je sechs Linien, die entweder durchgehend oder unterbrochen sind. Diese Gruppen können auch als Hexagramme bezeichnet werden. Das Zhou Yi ist klassisch in zwei Bücher eingeteilt. Das Erste enthält 30 Hexagramme und das Zweite die Zeichen 31 bis 64. Dabei folgt einer Abbildung im Hexagramm immer der Name, ein Spruch und einer Erklärung für jeden einzelnen Strich. Zusätzlich befinden sich um Buch die „Zehn Flügel“, als Kommentare in sieben Abteilungen.
Die Zeichen stammen ursprünglich aus einer chinesischen Orakel-Praxis und die Sprüche aus der Spruchtradition und der Ritualpraxis. Es kann als Handbuch der Divination (Wahrsagung) oder philosophisch gedeutet werden. Dabei wird das Buch als Quelle philosophischer, kosmologischer und politischer Einsichten verstanden. Der heutige Text des I Ging entstand im 7. Jh. n. Chr.
Ein Hexagramm besteht aus sechs Linien, die als durchgezogene waagerechte oder als unterbrochene waagerechte Linien auftauchen können. Die Zeichen werden dann aus 2×3 Linien hergeleitet, wobei durchgehende Linien als feste und unterbrochene Linien als weich und dunkel gelten. Die 64 Bilder der Grundzeichen beschreiben Situationen, Aufgaben, Kräfte, Familie, persönliche Eigenschaften, Tätigkeiten oder politische Phasen und haben mehrere Deutungsmöglichkeiten. Zusätzlich sind Zusatzhinweise möglich. Die 64 Bilder beschreiben somit insgesamt 384 Situationen bzw. geben Verhaltenratschläge. Insgesamt gibt es 4.096 verschiedene implizite Übergänge oder Möglichkeiten für das Umschlagen einer Situation, da 64×64 Möglichkeiten vorkommen können. Als Bilder können zum Beispiel auftauchen: Das Schöpferische, die Jugendtorheit, das Warten, die Stockung, die Bescheidenheit, die Gemeinschaft mit Menschen, die Bescheidenheit, die Wendezeit, die Unschuld, die Ernährung, der Gegensatz, das Bedrängnis, die Fülle und vieles mehr!
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